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Dreimasterblumen (Tradescantia)

Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina)
Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina)

Commelinagewächse aus der Neotropis

Die Dreimasterblumen werden von vielen auch in Anlehnung an ihren botanischen Namen Tradeskantien genannt. Die ursprüngliche Heimat dieser Gattung ist Mittel- und Südamerika. Mitlerweile sind sie überall auf der Welt als beliebte Garten- und Zimmerpflanzen zu finden. Den Winter überleben sie als mehrjährige Pflanzen im Freien nur, wenn die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt fallen. In vielen wärmeren Regionen der Welt haben sie sich als Neophyten (nicht-einheimische verwilderte Pflanzen) angesiedelt. In Australien, Neuseeland und den südöstlichen USA werden sie sogar als unbeliebte Unkräuter angesehen.

Schnell und üppig wachsende Überlebenskünstler

Viele Dreimasterblumen sind zudem sukkulent (saftreich, an trockene Klima- und Bodenverhältnisse angepasst). Das Wasser wird im Stamm und in den Blättern gespeichert. Die Pflanzen können wochenlang ohne Wasser auskommen, wobei die Pflanze dabei langsam von hinten nach vorne vertrocknet. Die Spitzen der Triebe überleben am längsten. Sobald die verbliebenen Knoten (Bereich der Sprossachse, an dem die Blätter ansetzen) mit feuchtem Substrat oder Wasser in Berührung kommen, bilden sie neue Wurzeln. Deshalb ist die Vermehrung über Stecklinge sehr einfach. Es reicht, ein Stück Stamm mit Blättern in ein Glas mit Wasser zu stellen. Innerhalb von zwei Tagen bilden sich neue Wurzeln an den Knoten. Genauso unkompliziert und schnell bilden sie Wurzeln, wenn der Steckling in ein feuchte Pflanzenerde gesteckt wird. Bei Wassermangel stellen sie ihr Wachstum ein. Wenn sie regelmäßig gegossen werden, wachsen sie im Vergleich zu anderen Zimmerpflanzen sehr schnell und üppig. Als krautige Pflanzen verholzen sie auch im Alter nie. Alte Triebe verlieren aber die ältesten Blätter im hinteren Bereich, was nicht so schön aussieht. Deshalb setzen viele Zimmergärtner alle ein bis zwei Jahre neue Stecklinge, um die Pflanze zu verjüngen.

Beliebte Arten

Im Folgenden werden die wichtigsten als Zimmerpflanzen beliebten Arten vorgestellt. Darüber hinaus existieren natürlich viele weitere Arten, die sich im Aussehen stark von einander unterscheiden.

Tradescantia fluminensis

Tradescantia fluminensis
Steckling der Tradescantia fluminensis

Die Tradescantia fluminensis gibt es mit rein grünen und mit weiß gestreiften Blättern. Die weiß gestreiften Pflanzen gibt es mit gelblichen und hell weißen Streifen. Die rein grüne Variante wird oft unter dem Namen Tradescantia fluminensis 'Green Hill' verkauft, die gelbliche als Tradescantia fluminensis 'Yellow Hill'. Die Bezeichnung Tradescantia albiflora ist ein Synonym für Tradescantia fluminensis und keine eigenständige Art. Die grüne Variante ist die widerstandsfähigste und robusteste Tradeskantie. Im Gegensatz zu den rötlichen Arten und den gestreiften Varianten wächst die grünblättrige T. fluminensis auch an lichtarmen Plätzen.

Tradescantia fluminensis in Istanbul
Tradescantia fluminensis in einem Blumenkasten in Istanbul

Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina)

Tradescantia zebrina nah
Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina)

Zebra-Ampelkraut gleicht in Form, Größe und Wachstumsverhalten der T. fluminensis, nur die Färbung der Blätter und Stiele ist rötlich. Auch das Blattmuster unterscheidet sich wesentlich von der T. fluminensis. Feucht- und Regenwälder mit dichtem Unterholz in in Guatemala sowie Zentral- und Südmexiko sind ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet. Um ihre volle Färbung in ganzer Schönheit auszubilden, benötigen T. zebrina eine Mindestmenge an Licht. Wenn der Standort zu schattig ist, bleiben die Blätter kleiner und die Färbung der Blätter ist bleich und grünlich. Volle Mittagsonne wird dageben gut vertragen.

Mexikanische Dreimasterblume (Tradescantia pallida)

Mexikanische Dreimasterblume (Tradescantia pallida)
Mexikanische Dreimasterblume (Tradescantia pallida) mit Blüte

Die mexikanische Dreimasterblume benötigt einen hellen Standort und verträgt auch die pralle Mittagsonne. In ihrer Heimat im Osten von Mexiko überlebt sie an trockenen Plätzen. Sie wächst nicht so schnell und üppig wie die T. fluminensis. Stecklinge brauchen im Vergleich länger zum Anwurzeln. Dafür werden die Blätter um einiges größer und sie wird insgesamt höher als die T. fluminensis.

Verwechselungsmöglichkeiten

Tagblume (Commelina communis)

Tagblume (Commelina communis)
Tagblume (Commelina communis) mit blauer Blüte

Was aussieht wie eine grüne T. fluminensis mit blauen Blüten, ist keine Dreimasterblume, sondern die Tagblume Commelina communis aus der Gattung der Tagblumen ( Commelina). Die Gattungen Dreimasterblumen und Tagblumen gehören beide zur Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae). Während sich die Dreimasterblumen auf dem mittel- und südamerikanischen Kontinent entwickelt haben, ist die Heimat der Tagblume Commelina communis Ost- und Südostasien.

Tagblume (Commelina communis) mit Dreimasterblume Tradescantia zebrina
Oben Dreimasterblume Tradescantia zebrina, unten Tagblume (Commelina communis)

Eiskraut (Aptenia cordifolia)

Eiskraut (Aptenia cordifolia)
Eiskraut (Aptenia cordifolia)

Nur ein sehr flüchtiger Blick sollte zu der Annahme führen dürfen, das auf dem Foto eine Dreimasterblume zu sehen ist. Eiskraut stammt aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae). Eine synonyme Namensgebung ist Herzblättrige Mittagsblume. Die  ausdauernde sukkulente Pflanze stammt aus den östlichen Küstenwüsten Südafrikas und liebt von daher intensive Sonnenbestrahlung und trockene durchlässige Böden. Eiskraut kommt jetzt auch verwildert in der Mittelmeerregion, auf den Kanarischen Inseln, in Kalifornien, in Australien und weiteren wärmeren, küstennahen Gebieten der Welt vor. Mit den Dreimasterblumen hat Eiskraut nur den schematischen Aufbau gemeinsam, ansonsten verbindet diese beiden Pflanzenarten gar nichts.

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