Mo­fa - Mo­to­ri­sier­tes Fa­hr­rad / Motor-Fahrrad
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Mo­fa - Mo­to­ri­sier­tes Fa­hr­rad

Hercules Mofa Prima 5S 2-Gang Handschaltung

Fahrrad mit Hilfsmotor bis 25 km/h der EG-Fahrzeugklasse Kleinkraftrad

Das Wort Mofa ist die Abkürzung von motorisiertes Fahrrad oder Motor-Fahrrad. Eigentlich sind die kleinen Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h ein Überbleibsel aus einer Zeit mit weniger Verkehrsteilnehmern und leistungsschwächeren Fahrzeugen. Mitte der 1960er Jahre wurde die Mofa-Klasse in der Blütezeit des Wirtschaftswunders eingeführt. Von da an waren die motorisierten Zweiräder bis in die 1980er Jahre populär.

Nach wie vor attraktiv sind Fahrzeuge der Mofa-Klasse, weil sie von jedem Erwachsenen ohne Führerschein und 15jährigen Jugendlichen gefahren werden dürfen. Lediglich eine Mofa-Prüfungsbescheinigung muss erworben werden.

Hercules Mofa Prima 5S 2-Gang Handschaltung

Im modernen, dichten und hektischen Straßenverkehr sind die kleinen, langsamen Mofas mitlerweile ein Hinderniss geworden. Deshaln dürfen Mofas seit 2007 außherhalb geschlossener Ortschaften den Radweg benuzten. Auch innerhalb der Ortschaften dürfen Mofas auf dem Radweg fahren, wenn das Zusatzschild "Mofas frei" vorhanden ist. Ansonsten müssen sie auch im dichten Großstadtverkehr auf der Straße fahren.

Nach der Fahrerlaubnisverordnung von Deutschland werden Mofas definiert als "einspurige, einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor — auch ohne Tretkurbeln —, wenn ihre Bauart Gewähr dafür bietet, dass die Höchstgeschwindigkeit auf ebener Bahn nicht mehr als 25 km/h beträgt". In der Schweiz liegt die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit bei 30 km/h, in Österreich bei 45 km/h. Besondere Sitze für die Mitnahme von Kindern unter sieben Jahren dürfen angebracht werden.

Klassisches Mofa mit Zweitack-Verbrennungsmotor

Die meisten Mofas und nachfolgenden Mofaroller waren bis zum Verbot im Jahr 2016 mit einem Zweitaktmotor ausgestattet, der maximal 50cm³ Hubraum haben durfte. Der Großteil aller Mofas aus den letzten Produktionsjahren mit Verbrennungsmotor haben ein Vollautomatikgetriebe, somit muss nicht gekuppelt und geschaltet werden. Ein klassisches Mofa mit Zweitaktmotor aus dem letzten Jahrhundert hat oft wie ein Fahrrad Pedalen, allerdings dienen sie beim Mofa nur zum Starten des Motors und zum Bremsen. Daher stammt übrigens das Wort Moped, von motor- und pedalbetriebenes Zweirad. Der Begriff Moped bezeichnet allerdings eine andere, leistungsstärkere Klasse von Zweirädern, die in die Kategorie Kleinkrafträder bis damals 50 km/h eingeordnet waren (heute 45 km/h).

Zweitack-Motor Pedale am Mofa

Mofa-Tuning / Frisieren

Untrennbar vom Thema Mofa ist das besonders unter jugendlichen Fahrern beliebte Frisieren ihrer Mofas. Leider nimmt diese beliebte Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen manchmal einen tödlichen Ausgang, da die kleinen Zweiräder nicht für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Die klassischen Mofas mit Zweitackt-Verbrennungsmotor lassen sich mit einfachsten Mitteln auf 50 km/h frisieren, mit etwas Wissen und Geschick können Mofas um die 100 km/h Endgeschwindigkeit erreichen. Fahrwerk, Gabel und Bremsen sind für solche Geschwindigkeiten absolut ungeeignet, weshalb ein hohes Risiko für tödliche Unfälle besteht. Auch für moderne Elektroroller gibt es sogenannte Tuning-Sätze zu kaufen. Es wird dringend davon abgeraten, ein Fahrzeug der Mofa-Klasse zu tunen. Wer höhere Geschwindigkeiten möchte, sollte sich ein entsprechendes, geeignetes Fahrzeug (Kleinkraftrad bis 45 km/h, Leichtkraftrad, oder Motorrad) anschaffen, und dafür den nötigen Führerschein machen. Einen interessanten, ausführlichen Artikel zum Thema Mofa-Tuning hat Thomas Soltau 2008 im Spiegel veröffentlicht.

Elektro-Mofas und Elektroroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h

Elektro-Mofas und vor allem Elektroroller (Elektroscooter) bis 25 km/h stellen die zeitgemäße und umweltfreundlichere Alternative mit Elektromotor dar, für die die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für klassische Mofas mit Verbrennungsmotor gelten. Die Unabhänigkeit von fossilen Brennstoffen, das Fehlen von Abgasen, und die geringe Räuschentwicklung sind die Vorteile eines Elektroantriebs. Noch nicht gelöst ist das Akku-Problem, obwohl sich der Stand der Technik kontinuierlich weiterentwickelt und sich die Leistungt dadurch permanent vebessert. Der Akku ist die Schwachstelle, weil er ein hohes Gewicht hat, die Reichweite pro Ladung meistens noch unter 100 km liegt, und die Lebensdauer eines Akkus begrenzt ist. Im Anschaffungspreis sind Akkus zudem sehr teuer, wenn es Ersatz bedarf. Störend sind auch die langen Ladezeiten, bis das Fahrzeug wieder genutzt werden kann. Die Schonung der Akkus ist auch der Grund, warum Fahrzeuge der gleichen Klasse mit Verbrennungsmotor fast immer noch eine stärkere Leistung haben. Mit besserer Stromversorgung können Elektromotoren die gleichen Leistungen wie ein Verbrennungsmotor erreichen.

Elektroscooter / Mofa - Rolektro BT100

Mofa-Roller mit Viertacktmotor

Seit 2016 erlauben die Abgasvorschriften der Europäischen Union keine Zweitacktmotoren mehr bei der Herstellung von Neufahrzeugen, da sie aufgrund des verbrennenden Ölanteils im Gemisch gesundheitsschädlich sind und die Umwelt stark belasten. Vor 2016 produzierte Fahrzeuge dürfen aber weiter verkauft und gefahren werden. So hat man jetzt bei Mofa-Rollern die Wahl, sich für einen Zweitack- oder Viertacktmotor zu entscheiden. Zweitackmotoren beschleinigen schneller und reagieren schneller auf den Gasdrehgriff. Im Gegensatz zum Viertacktmotor eignet sich der Zweitackmotor zum selber Basteln und Reparieren. Ein Viertacktmotor ist technisch viel komplizierter aufgebaut und weniger für Hobbybastler geeignet. Dafür läuft der Viertackmotor ruhiger, verbraucht weniger Benzin und ist technisch auf dem neusten Stand, was ihn sehr zuverlässig und weniger schädlich für die Umwelt macht.

Mofa-Roller Recto ZNEN R8 mit Viertacktmotor

 

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