Nymphe und Leier

Wär ich eine Leier in deinen Händen
Du Nymphe aus dem Wald,
Spieltest du mich gar bald.
Phoebus gib, dass wir uns näher fänden!

Zu deinem Lobe erklängen meine Saiten
Die zupftest du mit Geschmeidigkeit,
Du wär'st für mich die Einzige weit und breit.
Mit deinen Fingern würdest mich begleiten.

Aus meinem Bauche schallte der Klang
Hin über Feld und Flur,
Ich schwänge bald in Moll und bald in Dur
Zu deinem hellen strahlenden Gesang.

Komm, umfass nur meinen Rahmen,
Harte Schale, Weicher Kern,
Mit tollem Herzen hab' ich dich so gern,
Komm, und erweis' mit dein Erbarmen!

(von Norbert Prostka)