Deutsch als Fremd­spra­che (DAF)

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Anforderungen an die Lehrperson

Eine reine Sprachbeherrschung, wie es bei Muttersprachlern normalerweise der Fall ist, reicht zum Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache nicht aus. Um eine Fremdsprache sinnvoll und effizient zu vermitteln, braucht die Lehrperson übergeordnetes Wissen über die Sprache und natürlich ihre Strukturen. Das Grammatikwissen der Lehrwerke ist oft aus didaktischen Gründen in Teilaspekte aufgeteilt, d.h. ein zusammenhängendes Thema wird nicht vollständig präsentiert, sondern nach und nach (z.B. im Lehrwerk „Themen aktuell 1“ der Dativ und die Wechselpräpositionen). Dabei gehen oft übergreifende Systematiken und Zusammenhänge verloren. Zudem werden unterschiedliche Begriffe und Erklärungswege in den verschiedenen DAF-Materialien für ein grammatisches Phänomen gewählt. Deshalb benötigt der Lehrende ein umfangreicheres Grammatikwissen, das über die grammatischen Inhalte der Lehrmaterialien hinausgeht.

Die folgenden Aspekte zeigen, warum Lehrende bei der Unterrichtsvorbereitung nicht auf eine linguistische Grammatik verzichten können: Im und nach dem Unterricht werden von den Schülern oft sprachbezogene Fragen gestellt, die im Lehrwerk nur unzureichend oder gar nicht behandelt werden (z.B. N-Deklination und Negation im Lehrwerk „Themen aktuell 1“). Manchmal kaufen sich Schülern auch zusätzlich zu den Unterrichtsmaterialien eigene Deutschbücher, zu denen sie dann manchmal nach dem Unterricht Fragen haben. Um diese Fragen richtig und verständlich beantworten zu können, muss der Lehrende über übergeordnetes Wissen verfügen. Falls er eine Frage nicht direkt beantworten kann, sollte er über entsprechende Literatur verfügen, womit er den Sachverhalt dann später klären kann und dadurch dem Schüler die Antwort nachliefern kann.

Die Korrektur der Texte und der mündlichen Sprache der Lernenden erfordert ebenfalls ein umfangreiches und genaues Verständnis der deutschen Grammatik, wenn danach eine sinnvolle und hilfreiche Erklärung der Fehler und Fehlermuster abgegeben werden soll. Bei der Korrektur müssen zudem Abweichungen üblichen gängigen Formulierungen richtig analysiert und bewertet werden können: Wenn etwas als falsch markiert wird, muss das begründbar sein. Später sollte der Lehrende in den Fehlern des Schülers genau erkennen können, wenn den Fehlern übergreifende Strukturen zugrunde liegen (z.B. in der richtigen Verwendung des Genitivs oder beim Thema Verben mit Präpositionen). Zum Schluss muss der Lehrende dem Schüler die Fehler erklären können und Wege zur Verbesserung aufzeigen können, sonst nützt die Korrektur dem Schüler sehr wenig.

Kommunikativer Grammatikunterricht

Ein Prinzip des kommunikativen Grammatikunterrichts ist, dass Grammatik ein Werkzeug für sprachliches Handeln sein soll. Der Unterricht soll dem Lerner zeigen, wozu und in welchem Kontext eine Struktur häufig gebraucht wird. Dass Lerner in einem sinnvollen Kontext als sie selbst und nicht als Lehrwerksfiguren sprechen und handeln, gehört ebenfalls zu den Prinzipien eines kommunikativ orientierten Unterrichts. Kommunikativer Grammatikunterricht soll eine grammatische Struktur nicht einfach ohne Begründung einführen und üben. Ein weiteres Prinzip des kommunikativen Grammatikunterrichts ist die Verwendung von visuellen Lernhilfen.

 

Literatur:

H. Funk, M. Koenig (1991): Grammatik lehren und lernen. München: Langenscheidt-Verlag.

Vorschläge für interessante und nützliche Internetseiten:

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